Bei welcher Mindesttemperatur darf man im Freien streichen?
Für die meisten Außenfarben, Fassadenfarben und Holzlasuren gilt eine Mindesttemperatur von plus zehn Grad Celsius bei Tag und Nacht. Einige moderne Silikonharzfarben dürfen ab plus fünf Grad verarbeitet werden. Unter fünf Grad trocknet Dispersionsfarbe nicht mehr ab und bildet keine wetterfeste Filmschicht.
Temperaturrichtwerte nach Farbtyp
Farbart / Material
Mindesttemperatur
Optimale Temperatur
Maximale Temperatur
Fassaden-Dispersionsfarbe
+8 °C bis +10 °C
+15 °C bis +22 °C
+30 °C
Silikonharzfarbe
+5 °C
+12 °C bis +20 °C
+28 °C
Holzlasur (wasserbasiert)
+10 °C
+16 °C bis +24 °C
+30 °C
Ölbasierte Lacke & Lasuren
+5 °C
+15 °C bis +20 °C
+25 °C
Die Gefahr von Nachtfrost bei frischer Farbe
Auch wenn es tagsüber sonnige 12 °C warm ist: Sinkt das Thermometer in der darauffolgenden Nacht unter den Gefrierpunkt, gefriert das noch nicht vollständig verdunstete Wasser in der Farbschicht und zerstört das Bindemittelgefüge.
Die goldene 10/10/80-Regel
Streichen Sie nur, wenn:
Die Lufttemperatur mindestens 10 °C beträgt.
Die Untergrundtemperatur mindestens 10 °C beträgt.
Die relative Luftfeuchtigkeit unter 80 % liegt.
Common questions
Was passiert, wenn man bei unter 5 °C streicht?+
Die Polymerpartikel in wasserbasierten Farben können nicht mehr miteinander verschmelzen (Mindestfilmbildetemperatur unterschritten). Die Farbe kreidet, blättert nach dem ersten Regen ab oder trocknet ungleichmäßig fleckig.
Darf man bei direkter Sonneneinstrahlung streichen?+
Nein. Starke Hitze über 30 °C oder pralle Sonne lässt das Wasser zu schnell verdunsten, was zu Rissbildung und sichtbaren Pinselansätzen führt.
Welche Rolle spielt die Luftfeuchtigkeit beim Streichen?+
Die relative Luftfeuchtigkeit sollte unter 80 Prozent liegen. Bei Nebel, Regen oder drohendem Taufeuchte kann die Farbschicht nicht abbinden.
Muss auch die Untergrundtemperatur beachtet werden?+
Ja. Wände und Holzbauteile können im Frühjahr und Herbst deutlich kälter sein als die gemessene Lufttemperatur.