Der Kälterekord der Forschungsstation Wostok
Am 21. Juli 1983 registrierten sowjetische Meteorologen an der Station Wostok auf dem antarktischen Eisschild eine Lufttemperatur von −89,2 °C. Die Station liegt auf 3.488 Metern Höhe über dem Meeresspiegel.
Die extreme Höhenlage, die monatelange Polarnacht ohne Sonneneinstrahlung und die trockene, klare Atmosphäre begünstigen eine ungehinderte Wärmeabstrahlung in den Weltraum.
Die Kältepole der bewohnten Welt: Oimjakon und Werchojansk
In der russischen Republik Sacha (Jakutien) liegen die extremsten Siedlungsräume der Erde:
| Ort / Station | Region | Rekordtemperatur | Datum |
|---|---|---|---|
| Wostok-Station | Antarktis | −89,2 °C | 21. Juli 1983 |
| Dome Fuji (Satellit) | Antarktis | −93,2 °C | 10. August 2010 |
| Oimjakon | Sibirien (Russland) | −67,7 °C | 6. Februar 1933 |
| Werchojansk | Sibirien (Russland) | −67,8 °C | 15. Januar 1885 |
| Klinck-Station | Grönland | −69,6 °C | 22. Dezember 1991 |
Kälterekorde in Mitteleuropa
In Deutschland entstehen Kälterekorde typischerweise in abgeschlossenen Hochtälern oder Dolinen bei windstiller, schneebedeckter Wetterlage.
Am bayerischen Funtensee im Nationalpark Berchtesgaden bildet sich im Winter regelmäßig ein Kaltluftsee, in dem am 24. Dezember 2001 inoffiziell −45,9 °C gemessen wurden.
Physikalische Grenzen klassischer Flüssigkeitsthermometer
Herkömmliche Quecksilber-Thermometer sind in Polargebieten unbrauchbar, da Quecksilber bei −38,83 °C gefriert.
Meteorologische Messstationen in arktischen Klimazonen nutzen deshalb gefärbte Ethanol- oder Toluolfüllungen sowie kalibrierte elektrische Widerstandsthermometer (Pt100/Pt1000).